Wetter PDF Drucken E-Mail

 

Die Teilnehmer bekommen jeden Morgen ein perfektes Wetterbriefing mit den Daten von
Meteofrance, DWD mit Toptherm und ggf. US Army Weather.

 

Für alle, die einen Tag früher Bescheid wissen wollen:

www.pcmet.de

w
ww.flugwetter.de Bitte Zugangsdaten mitnehmen.

http://www.niederschlagsradar.de/forecastloop.aspx?type=0 für Temperatur und Isobaren mit 144 h Prognose

http://www.meteoblue.com/de/
hier weiter mit Klick auf Mitteleuropa, oder Sisteron eingeben, auch gut fürs Telefon, flotter Regenradar
http://www.sat24.com/fr hier weiter mit diversen Klicks, auch für daheim.

http://www.wetter3.de/vertikal.html

http://briefpaca.monsite-orange.fr/
Alles auf einen Klick, Merci dafür.

Weil global, unten
auf EARTH klicken, hier mal bitte über die die 500mbar Karte staunen.

http://www.wetterklima.de dort weiter mit: Flugwetter als Refresher für METAR + GAFOR

 

Bemerkungen zum Wetter in der Provence:

Die Vegetation ist das zeitliche Integral des Niederschlags und der Einstrahlung. Der Bewuchs ist in der Provence wüstenähnlich und sturmgeplagt. Unser Flugrevier ist von drei Seiten von Bergen umgeben, deshalb ist nur diejenige Luftmasse feucht, die aus Süd kommt. Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht geflogen werden kann. Selbst bei 7,5/8 zieht jedes Sonnenfleckchen. Auch nach den seltenen Wollkenbrüchen kann das Wetter fliegbar sein, siehe auch die beeindruckenden Kalenderblätter 2009 vom unvergessenen Claus Dieter Zink.
Häufig springt in St. Auban um 12:00 der leichte Nordwind auf Süd. Dies ist ein sicheres Zeichen für lokale Thermik. Nachmittags findet man häufig langgestreckte Konvergenzzonen, die im Geradeausflug nach oben ziehen. Vor der Luvseite der Wolken kann man manchmal wie im Hangaufwind nach oben fliegen. Falls alle Mitflieger bei Nordwind auf einmal verschwunden sind, riskieren Sie einen Blick nach weit oben. Es ist dann wie an der Börse: Wenn es richtig nach oben geht, sagt keiner Bescheid, wenn es stark bergab geht, jaulen alle im Chor.

Das Wetter in der Provence verlangt vom Piloten immer eine gehörige Portion Respekt, besser noch Angst. Angeraten sei das permanente Offenhalten von zwei Fluchtmöglichkeiten, d.h. zurück oder runter. Erlebte 10m/sec Sinken vernichten eine Höhenreserve von 1000 Metern in 1 Minute und 40 Sekunden. Man hat kein Organ für vertikale Geschwindigkeiten, nur ein  Organ für Beschleunigungen. 10 Meter Sinken hören sich im Vario an wie Stromausfall. Bitte in diesem Fall entgegen des Gefühls nicht ziehen, sondern herzhaft drücken und sofort flotte 45° Kurswechsel. Der Wert einer digitalen Höhenanzeige kann dabei auch steigen, wenn man nicht auf das Vorzeichen achtet.
Falls Sie abends gemütlich in die Platzrunde einfliegen, dabei mit Kreisen die Höhe abbauen, sollten Sie auf den Boden schauen. Es muss sich, wie immer, die Erde von vorn nach hinten bewegen. Falls sich aber der Boden von hinten nach vorn bewegt (erlebt!), haben Sie es mit einem Wind von vorn mit mehr als  90 km/h zu tun. Wenn Sie dann noch nachdenken möchten, warum ihr Flugzeug überhaupt noch fliegt, sei Ihnen versichert, dass es das nicht mehr lange tun wird. Reflexartig muss der Knüppel nach vorn, weil jetzt eine Mistrallandung mit viel Überfahrt und verkürzter Platzrunde angesagt ist. Ansonsten verschwindet die Landeschwelle nach vorn.......primär unlustig hinter dem Abhang an der Durance.

Unvergessen bleibt das gigantische Steigen vor der schnellen Kaltfront mit Schneefall aus Norden, als wir mit drei Flugzeugen in 50 Minuten in Fayence waren. Beim Blick zurück schnappte die Falle zu, weil die Schneeschauer bis zum Boden reichten, und nur das Mittelmeer ohne Wolken war. Wir kehrten dann nach Westen um.  Die Sicherheitslandung mit laufendem Motor in Vinon im Schneefall nach einem seeeehr langen Anflug hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein Kollege, dessen Turbokraft nicht mehr für das leicht ansteigende Gelände ausreichte, hat nach einem kleineren Wingletbruch die Fliegerei komplett aufgegeben. Unvergessen bleibt der Anschiss weltmeisterlichen Ursprungs am Tag danach wegen der Luftraumverletzung von Le Luc. 2015 provozierte die Anordnung über Funk, daß bei akutem Regen alle sofort landen sollten, ein Sicherheitsrisiko. Ohne Sicht ist und bleibt das Fliegen für uns verboten. Das FLARM ist obligatorisch.

Fazit: Es gibt in der Provence tagsüber keine vertikal stillstehenden Luftmassen, entweder geht es (stark) rauf oder (stark) runter. McCready = 0 ist selten richtig.

Wenn Sie nach dem langen Winter entspannt eine Runde fliegen möchten, bleiben Sie zunächst in der Sichtnähe eines Flugplatzes, die gibt es dort wie Perlen auf der Schnur. Alle Piloten haben mit erweiterten Platzrunden angefangen. Suchen Sie sich ein Bärtchen, üben Sie mal wieder das Zentrieren, und machen Sie auch mal Pause. Eigentlich wollten Sie ja die Hetzerei zwei Wochen vermeiden. Übrigens: Flieg nicht in die Wolke rein, es könnt' schon einer drinnen sein.
Wo befindet sich die Mehrzahl der Segelflieger? Wie immer: Knapp unter der Basis und nah am Hang, dort wo es immer geht. Also ist genau dort auch das Kollisionsrisiko am höchsten. Denk an die Überfahrt am Hang, denn ein herzhafter Aufwind kann den Anströmwinkel an der Tragfläche schlagartig so ändern, dass der Auftrieb einseitig den Betrieb einstellt. Wer die Überziehwarnung abschaltet, um Strom zu sparen, der möge bitte im Ural weiterfliegen.

Fazit: Flieg bitte immer so, daß Du mit intaktem Spielzeug zufrieden wieder heim kommst. Zu Hause gibt es manchmal auch noch ansatzweise Thermik und im nächsten Jahr treffen wir uns  alle wieder bei Olga am Kamin.

 

Humor

mit dem Klassiker: http://www.youtube.com/watch?v=0oazhH85NF4

hier atemberaubende Zeitrafferaufnahmen der Atmosphäre:

http://www.youtube.com/watch?v=cmRaVoqA5Fk